Wie Falten entstehen — und was wirklich dagegen hilft

Hautwissen

Wie Falten entstehen — und was wirklich dagegen hilft

Falten entstehen auf zwei Wegen: Die Haut verliert mit den Jahren Kollagen und Elastizität — und sie wird jeden Tag mechanisch verformt, durch Mimik, durch Sonne, durch Druck im Schlaf. Solange die Haut jung ist, glättet sie sich nach jeder Verformung von selbst wieder. Mit nachlassender Spannkraft dauert das länger — bis eine Linie irgendwann bleibt. Vorbeugen heißt deshalb: die Verformung verringern, bevor sie sich einprägt.

Die vier Arten

Welche Arten von Falten gibt es?

Man unterscheidet vier Arten: Mimikfalten durch Muskelbewegung, Schlaffalten durch Druck im Liegen, Lichtfalten durch UV-Strahlung und Erschlaffungsfalten durch nachlassende Spannkraft. Sie entstehen unterschiedlich — und brauchen deshalb unterschiedliche Gegenmaßnahmen.

Wer weiß, welche Art er vor sich hat, spart sich viel Geld für Mittel, die gegen genau diese Art nichts ausrichten können.

Mimikfalten

Ursache: Wiederholte Bewegung derselben Muskeln — Stirnrunzeln, Lachen, Blinzeln.

Typisch an: Stirn, zwischen den Augenbrauen, Augenwinkel.

Erkennbar: Zeigen sich zuerst nur während der Bewegung, später auch in Ruhe.

Schlaffalten

Ursache: Druck des eigenen Körpergewichts gegen das Kissen, sechs bis acht Stunden pro Nacht.

Typisch an: Wange und Nasolabialbereich, Schläfe und Augenpartie, Dekolleté.

Erkennbar: Morgens deutlich sichtbar, tagsüber zunächst wieder verschwindend.

Lichtfalten

Ursache: UV-Strahlung schwächt die Fasern, die der Haut ihre Spannkraft geben.

Typisch an: Wangen, Dekolleté, Handrücken — überall, wo Sonne hinkommt.

Erkennbar: Feines Knittermuster, stärker als an sonnengeschützten Stellen.

Erschlaffungsfalten

Ursache: Schwerkraft trifft auf nachlassende Spannkraft und schwindendes Volumen.

Typisch an: Kinnlinie, Hals, untere Wangenpartie.

Erkennbar: Weniger eine Linie als eine weicher werdende Kontur.

Der Mechanismus

Wie wird aus einem Knick eine bleibende Falte?

Jede Verformung hinterlässt zunächst nur einen Knick. Erst wenn die Haut ihn nicht mehr schnell genug ausgleicht, wird daraus eine Linie — und aus der Linie mit den Jahren eine Falte.

01

Druck

Die Haut wird verformt — durch Muskeln, durch das eigene Gewicht, durch Reibung am Stoff.

02

Knick

Sie legt sich in eine Falte und bleibt stundenlang in dieser Position.

03

Linie

Wiederholt sich das täglich, prägt sich der Verlauf in die tieferen Hautschichten ein.

Entscheidend ist nicht der einzelne Knick, sondern die Wiederholung. Deshalb sind Falten, die im Schlaf entstehen, so hartnäckig: Wer jede Nacht auf derselben Seite liegt, verformt jede Nacht dieselbe Stelle.

Wie lange die Haut zum Glätten braucht

ZwanzigerDer Abdruck ist nach Minuten bis zu anderthalb Stunden verschwunden.
DreißigerEs dauert länger — man sieht ihn oft noch am Vormittag.
Ab vierzigDie Linie verblasst, verschwindet aber nicht mehr vollständig.

Das ist der Grund, warum Vorbeugung früh am meisten bringt: Sie verhindert nicht das Altern der Haut, sondern die tägliche Verformung, die sich darin ablagert.

Was wirkt

Was hilft wirklich gegen Falten?

Am besten belegt sind täglicher Sonnenschutz und der Verzicht auf Nikotin. Danach kommt alles, was die mechanische Verformung verringert. Pflegeprodukte wirken je nach Wirkstoff — und immer nur auf die Hautoberfläche.

Die folgende Übersicht ist nach Beleglage sortiert, nicht nach Beliebtheit. Sie nennt bewusst auch, wo die Belege dünn sind.

Maßnahme Wogegen sie wirkt Beleglage
Täglicher Sonnenschutz, LSF 30 oder höher Lichtfalten — und indirekt gegen alle anderen, weil UV die Spannkraft schwächt Gut belegt
Nicht rauchen Erschlaffung, fahler Teint, feine Linien um den Mund Gut belegt
Retinoide und Vitamin-A-Abkömmlinge Licht- und Mimikfalten Gut untersucht — Anwendung mit ärztlicher oder kosmetischer Beratung
Druck im Schlaf verringern Schlaffalten an Gesicht und Dekolleté Mechanisch nachvollziehbar, wenig klinisch untersucht
Feuchtigkeitspflege Trockenheitslinien; lässt die Haut praller wirken Wirkung auf der Oberfläche, je nach Wirkstoff
Glatte Bezüge aus Seide oder Satin Reibung — nicht gegen Druck Plausibel, aber begrenzt: Der Druck bleibt derselbe
Ausreichend Schlaf, Ernährung, wenig Alkohol Allgemeine Hautqualität Unterstützend

Was nicht funktioniert: eine bereits eingeprägte Falte wegcremen. Kosmetik kann die Haut glätten, polstern und schützen — die Struktur in den tieferen Schichten erreicht sie nicht. Wer etwas anderes verspricht, verspricht zu viel.

Zuordnung

Was hilft bei welcher Faltenart?

Gegen Mimikfalten hilft Pflege am wenigsten, gegen Lichtfalten Sonnenschutz am meisten, und gegen Schlaffalten hilft nur, den Druck wegzunehmen.

Faltenart Das bringt am meisten Das bringt wenig
Mimikfalten Retinoide, Feuchtigkeit, in der ästhetischen Medizin Botulinumtoxin Schlafposition, Bezüge
Schlaffalten Den Druck verringern — Rückenlage oder ein Hilfsmittel, das die Haut freihält Cremes: Der Knick entsteht unter der Oberfläche, auf der sie wirken
Lichtfalten Sonnenschutz, täglich und ganzjährig Alles andere, solange die Sonne ungebremst drauffällt
Erschlaffungsfalten Früh beginnen: Sonnenschutz, kein Nikotin, stabile Hautpflege Punktuelle Maßnahmen an einer einzelnen Stelle

Häufige Fragen

Was Leserinnen am häufigsten fragen

Ab welchem Alter entstehen Falten?

Die Kollagenproduktion lässt etwa ab Mitte zwanzig langsam nach. Sichtbar wird das meist deutlich später — wann genau, hängt stark von Sonne, Nikotin und Veranlagung ab. Erste bleibende Linien entstehen häufig dort, wo die Haut täglich verformt wird.

Verschwinden Schlaffalten wieder?

Anfangs ja. Der Abdruck vom Kissen glättet sich in jungen Jahren innerhalb von Minuten bis etwa anderthalb Stunden. Mit nachlassender Spannkraft dauert das länger, bis die Linie irgendwann bleibt. Neue Schlaffalten lassen sich verhindern — bereits eingeprägte nicht mehr.

Hilft ein Seidenkissenbezug gegen Falten?

Er hilft gegen Reibung, nicht gegen Druck. Die Haut gleitet besser, das ist angenehm und gut fürs Haar. Das Gewicht des Kopfes, aus dem die Falte entsteht, drückt aber genauso auf die Wange wie auf Baumwolle.

Kann man Falten wegcremen?

Nein. Pflege kann die Haut mit Feuchtigkeit versorgen, sie optisch aufpolstern und vor weiterem Schaden schützen. Eine Falte ist aber eine Veränderung in tieferen Hautschichten — dorthin reicht eine Creme nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Mimikfalten und Schlaffalten?

Mimikfalten entstehen durch eigene Muskelbewegung und verlaufen quer zur Muskelrichtung. Schlaffalten entstehen durch äußeren Druck im Liegen und verlaufen dort, wo das Gesicht auf dem Kissen aufliegt. Man erkennt sie daran, dass sie morgens am deutlichsten sind.

Hilft es, auf dem Rücken zu schlafen?

Ja — in Rückenlage hat das Gesicht keinen Kissenkontakt. Nur hält das kaum jemand durch: Der Vorsatz reicht bis zum Einschlafen, danach entscheidet der Körper und dreht sich mehrfach pro Nacht.

Wie schnell sieht man Ergebnisse?

Dass morgens kein frischer Abdruck mehr da ist, merkt man sofort. Dass die Haut insgesamt glatter wirkt, braucht Wochen bis Monate — und hängt davon ab, wie konsequent man dabei bleibt. Seriöse Anbieter versprechen hier keine Fristen.

Bekommt man Falten im Dekolleté auch ohne Sonne?

Ja. Das Dekolleté ist eine der Zonen, die im Schlaf am stärksten zusammengedrückt werden — in Seitenlage legt sich die eine Brust auf die andere. Sonne verstärkt das zusätzlich, ist aber nicht die einzige Ursache.

Und wenn der Druck die Ursache ist?

Gegen Mimik- und Lichtfalten gibt es etablierte Wege. Bei Schlaffalten führt der einzige wirksame Hebel über den Druck — und der lässt sich nur mechanisch wegnehmen. Möglich ist das mit einem Kissen, das Wange und Kiefer freihält, oder mit einem Schlaf-BH, der das Dekolleté auf Abstand hält. Wie das im Einzelnen funktioniert, steht auf den beiden Erklärseiten:

Wie der Anti-Falten Schlaf BH wirkt
Wie das Anti-Falten Kissen wirkt

Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder kosmetische Beratung.